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Asbest

Eine wahre Wunderfaser

Rein technisch betrachtet ist Asbest eine wahre Wunderfaser. Sie ist säure- und hitzebeständig, läßt sich als Isolationsmaterial einsetzen und kann verwoben werden. Das Wissen hierum ist uralt. Seine Verwendung läßt sich mindestens bis in das 3. Jahrhundert vor Christus zurückverfolgen.

Der Begriff "Asbest" bezieht sich auf eine Gruppe natürlich vorkommender Mineralien aus der Familie der Silikate.

Am meisten verwandt wurde der sogenannte Weißasbest (Chrysotil).

Obwohl seine Verwendung in Deutschland schon seit längerem (Spritzasbest seit 1979, Asbest gesamt seit 1990) verboten ist, finden sich die Fasern nach wie vor überall in der Umwelt. Von daher ist das Ziel eine asbestfreie Umgebung zu bekommen nur sehr schwer zu erreichen und bei einer Sanierung nahezu unmöglich.

Die derzeitige Hintergrundbelastung liegt bei 200 - 300 Fasern pro m3 Luft. Für Sanierungen gilt, daß nach Abschluß der Arbeiten 600 Fasern pro m3 Raumluft nicht überschritten werden sollten.

Historie

Schon kurz nachdem der industrielle Abbau von Asbest in großem Stil begonnen hatte (1879) wurde bekannt, dass er zu massiven gesundheitlichen Belastungen führt (1898). Weitere gleichlautende Beobachtungen folgten kurz darauf.

Viele weitere Studien wurden gemacht, die meisten führten zum gleichen Ergebnis. Doch wie auch in anderen Bereichen (-> Mobilfunk) durfte nicht wahr sein, was den finanziellen Interessen Einiger im Weg stand. Selbst als 1931 erste gesetzliche Regelungen in Kraft traten, kümmerte dies kaum jemanden.

Erst 1986 stufte die WHO die Asbesttypen Weiß-, Braun- und Blauasbest als krebserregend ein. Daraufhin folgte eine EU-Richtlinie, welche die Mitgliedsstaaten verpflichtete, den Einsatz von Asbest bis spätestens 2005 zu verbieten.

Gesundheitsgefahren

Unsere Bronchien haben die Aufgabe feinste Partikel aus der Atemluft zurückzuhalten, bevor sie in die Lunge eindringen können.

Dies funktioniert mit nahezu allen natürlich vorkommenden Stäuben und Fasern sehr effektiv. Mit Feinsstäuben, Asbestfasern und Nanopartikeln ist dieser "Lungenvorhof" allerdings völlig überfordert.

Sind feinste Partikel in den Bereich der Alveolen (feinste Bläschen in den Lungen; verantwortlich für den Sauerstoff- / Kohlendioxidaustausch) können diese in die Zellen eindringen und für deren Untergang oder deren Wandlung zu Krebszellen sorgen.

Ein besonders hohes Risiko tragen Raucher. Durch die bewußte Lähmung des Schleimabtransportes in den Bronchien können Gifte, Stäube, Fasern, etc. in viel höherer Konzentration und viel tiefer in die Lunge eindringen.

Seit 1900 ist das Krankheitsbild der Asbestose bekannt. Seit 1943 ist der asbestbedingte Lungenkrebs als Berufskrankheit anerkannt.

Vorkommen, Erkennung und Sanierung

Von alten Dächern (z. B. sog. Eternitdächer), Fassadenverkleidungen, Schallschutzvorrichtungen und Wärmeisolierungen (z. B. in Elektroheizkörpern) können auch heute noch große Mengen Asbestfasern in die Atemluft gelangen.

Während es für Nachtspeicheröfen Listen gibt (welche Ihr Elektroversorger bereithält) ist eine Einschätzung bei Fassadenverkleidungen und Dächern oft schwierig und eine Probennahme unabdingbar.

Als Laie sollten sie auf keinen Fall selbst Hand anlegen, sondern den Abriss bzw. Rückbau zertifizierten Unternehmen überlassen. Jede Erschütterung, jeder Bruch und jeder stärkere Windstoß kann Millionen feinster Fasern freisetzen.

Die fachgerechte Entsorgung ist sehr schwierig. Je nach regionalen Vorschriften ist das Material als Sondermüll oder auch als normaler Bauschutt zu entsorgen.

Für die vorübergehende Sicherung von Asbestdächern gibt es einen Speziallack, der das weitere Abwittern unterbindet und ohne Vormaßnahmen (anschleifen, entmoosen, etc.) aufgebracht werden kann. Eine dauerhafte Lösung stellt dieses Verfahren allerdings nicht dar.

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