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Lärm

Wie entsteht Lärmstress?

Der viel diskutierten Lärmbelastungen und die damit verbundenen Schäden entstehen heutzutage in den meisten Fällen durch persönliches Empfinden, sei es bewusst oder unterbewusst. Das Stressempfinden wird ausgelöst durch die Produktion von Adrenalin, einem Hormon der Nebennierenrinde.

Ob Lärm als angenehm (Disco- und Konzertbesucher auf der Rennbahn) oder unangenehm (Anwohner einer Disco, eines Konzertsaales oder einer Rennbahn) empfunden wird, hat in erster Linie nur wenig mit der Höhe der Dezibel (db), der Maßeinheit für den Schalldruck, sondern mit der persönlichen Einstellung hierzu zu tun. Die körpereigene Hormonausschüttung wirkt kurzfristig stimulierend, langfristig aber beängstigend und verkrampfend - nicht umsonst ist Adrenalin ein "Fluchthormon " und schon seit Beginn der Menschheit für die Regelung von Verteidigung und Flucht zuständig.

Was geschieht durch Lärmbelastung ?

Kurzfristig wird durch Lärm der Blutdruck erhöht (ebenfalls eine Folge des Adrenalinausstoßes). Langfristig kann dies dann als Dauerzustand erhalten bleiben. Daneben kommt es zur Schwerhörigkeit, zu Magenbeschwerden und Depressionen. Statistiken zeigen auch einen Zusammenhang zwischen einer erhöhten Herzinfarkt- und Selbstmordrate bei Menschen, die unter andauernder Lärmbelastung stehen.

MP3-Player, tragbare CD-Spieler und Kasettenrecorder verstossen oft gegen geltende Regelungen und sind viel lauter als erlaubt. Bei diversen Untersuchungen in Diskotheken wurde immer wieder bemängelt, daß die dort vorgefunde Lautstärke hörschädigend wirkt.

Ein Mechanismus im Innenohr sorgt dafür, dass die Schallübertragung bei hohen Lärmpegeln reduziert wird - dies funktioniert allerdings nicht uneingeschränkt lange und auch nicht uneingeschränkt stark. Außerdem braucht das Ohr einen Moment, um sich an die Lautstärke anzupasssn

Kurzfristig ist daher Dauerlärm, wie er beispieslweise auf Konzerten oder in Diskotheken vorkommt für unser Ohr besser zu verkraften, als kurzfristige Schallspitzen, wie sie beispielsweise bei klassischen Konzerten oder Schüssen vorkommen.

Typische Geräuschquellen und deren Lautstärke

bis 170 db
starke Gehörschäden schon bei einmaliger Einwirkung möglich  
Sturmgewehr (am Ohr des Schützen), Silvesterknaller in Ohrnähe explodiert  80 db
Erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko bei dauernder Belastung am Tage  
Straßenverkehr 
130 db
Schmerzschwelle, Gehörschäden schon bei kurzfristiger Einwirkung möglich  
Knackfrosch, Trillerpfeife, Startgeräusch von Flugzeugen in 40 m Entfernung  70 db  Büro 
125 db   laute Rockmusik, Diskothek  60 db
Belästtigungsreaktionen bei dauernder Belastung der Wohnung am Tage; Störung von konzentrierter geistiger Arbeit  
Unterhaltung 
120 db   pneumatischer Bohrjumbo am Ohr des Arbeiters, Martinshorn in 10 m Entfernung   50 db  Wohnzimmer 
115 db   Stereoanlage (mit Kopfhörern)  40 db
Beeinträchtigung von Erholung, Ruhe, Schlaf (bei Dauerbelastung)  
Leseraum 
110 db   Walkman mit Kopfhörer
Preßlufthammer 
30 db  Schlafzimmer 
105 db  Rock und Jazz
im Übungslokal, Kreissäge 
20 db   Rundfunkstudio, leises Blätterrascheln 
100 db  Stereoanlage
 
10 db   Hörschwelle 
90 dB   Montageband  0 db   praktisch nicht meßbar.
Wird oft als beängstigend empfunden.  

Wie kann man häuslichem Lärm vorbeugen ?

Schall verbreitet sich am besten dort, wo wenig schallschluckende Medien vorhanden sind. Zur Luftschallunterdrückung eignen sich alle verschachtelten, unebenen, porösen und elastischen Oberflächen, deren Kern eine möglichst hohe Masse hat. Je mehr dieser Punkte gleichzeitig auf ein Material zutreffen, desto besser wird der Schall geschluckt. Daher verwendet man in schalltoten Räumen auch Wände und Decken aus Schaumstoffkegeln, die man auf einer schweren Wand aufbringt.

Bei der Isolierung gegen Wassergeräusche und Trittschall muß die Situation vor Ort beurteilt werden, da jede Maßnahme abhängig von der gegebenen Situation auf die persönliche Wünsche abgestimmt werden muß und Trittschalldämmungen grundsätzlich schwieriger, als Luftschalldämmungen sind.

Gegen den Lärm von außen gibt es schallschluckende Fenster. Die Wände isoliert man am besten mit Holzplatten oder Rigips, welche mit flexiblem Material (Korkschrot, Holzwolle, Isofloc, etc.) hinterfüttert werden. Wichtig ist, dassß Sie bei einer solchen Maßnahme einen erfahrenen Fachmann zu Rate ziehen, damit Ihnen unnötige Ausgaben erspart bleiben.

Ein Wort zum Schluss

Vergessen Sie bitte die eingangs erwähnte Äußerung nicht, dass Lärmbelastung eine subjektive Empfindung ist. Der aus den Kopfhörern von MP3-Playern dringende Schall deutet, wenn er von den Umstehenden wahrgenommen wird, im Allgemeinen darauf hin, dass hier wieder einmal jemand dabei ist, sich einen kurzfristigem Hormonrausch auf Kosten der Gesundheit zu verschaffen.

Leider gibt es für viele Bereiche nach wie vor keine verbindlichen gesetzlichen Grundlagen, die vorschreiben, den Lärm an der Quelle zu minimieren.

Regelungenfinden Sie im Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und die nachgeordenten Verordnungen. Hierzu gehören:

Trittschall