Brummton - Brummgeräusch

Das Brummtonphänomen

Ein sogenannter Brummton, auch Brummgeräusch genannt, wird als extrem störend wahrgenommen, weil dieser für den Menschen nicht zu orten ist. Unser Gehör ist immer wach (selbst während des Schlafes und in der Narkose) und prüft rund um uns herum, ob eine Bedrohung besteht, die sich uns annähert. Kann es die Art des Geräusches und die Richtung aus der es kommt nicht verorten, entsteht Stress - schließlich könnte es sich bei dem Geräusch um die Ankündigung einer drohenden Gefahr handeln.

Der Begriff "Brummton" lässt sich nicht genau definieren. Gemeint sind in der Regel kaum, oder auch nur für einzelne Personen wahrnehmbare, sehr tiefe Frequenzen, welche nur mit speziellen Messaufbauten nachzuweisen sind.

Während wir den üblichen Luftschall zum weitaus überwiegenden Teil über die Ohren wahrnehmen, können tiefe Frequenzen über die Fußsohlen, die Haut, den Schädelknochen und das Rückgrat wahrgenommen werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Unterschied zwischen den Basstönen eines Musikstücks, welche über den Kopfhörer oder über große Lautsprecher wahrgenommen werden. Eine vollständige Wahrnehmung der Musik und des Klangerlebnisses ist über Kopfhörer nicht möglich.

Ursachen

Die Ursachen für den Brummton können sehr unterschiedlich sein. Problematisch ist, dass insbesondere die tiefen Frequenzen gut über den Körperschall übertragen werden und von diesem wieder in Luftschall umgewandelt werden können. So kann sich beispielswiese ein nicht vollständig gedämmtes Gefach eines Fertighauses als guter Resonanzkörper erweisen. Der auftreffende Luftschall wird in Körperschall und dann wieder in Luftschall umgewandelt.

Ein weiteres Beispiel kann eine defekte Pumpe sein, welche ihren unruhigen Lauf über Körperschall über eine längere Strecke hinweg überträgt. Dieser Körperschall kann oft nur an wenigen Messpunkten gemessen oder wahrgenommen werden.

Beipiele für Erzeuger des Brummtons

  • Wärmepumpen (insbesondere Luft-Luft-Systeme)

  • Umwälzpumpen (z. B. in Heizungsanlagen)

  • Windräder

  • Schwingende Bleche

  • Schwingende Konstruktionen (z. B. nach Entfernen statisch relevanter Balken)

  • Kühlschränke und Kühlaggregate

  • Abrollgeräusche von Reifen

  • Heiz- und Müllkraftwerke

  • Lüftungsgeräte (je größer die Lüfter, desto tiefere Frequenzen sind möglich)

  • hohle Gefache (im Dachbereich, in den Wänden)

  • Klimaanlagen

  • Schächte (insbesondere bei falsch angebrachten Rohr-in-Rohr-Kaminen)

  • falsch montierte Heizungen, Kessel, Leitungen, etc.

  • Transformatoren

  • Hochspannungsleitungen

  • fahrende Züge

  • Schiffsdiesel

  • Verkehrsgeräusche (z. B. durch das Vorbeirauschen vieler Fahrzeuge auf einer Autobahn)

  • Schleusenanlagen

  • und vieles mehr

Das Problem mit unserem Gehirn

Grundsätzlich ist es so, dass alle Sinnesreize im Gehirn interpretiert werden müssen. Zwar gibt es für Notsituationen auch Reaktionen, welche lokal ausgelöst werden (z. B. das Wegziehen der Hand von einer heißen Platte), komplexe Reize muss das Gehirn aber mit seiner "Datenbank" vergleichen, um eine angemessene Reaktion darauf zu ermöglichen. Dabei kann es bei unbekannten Reizen zu Fehldeutungen und damit verbunden zu falschen oder übertriebenen Körperreaktionen kommen.

Messverfahren

Mit den üblichen Messverfahren, bei denen der Luftschall nach dB(A) oder allenfalls nach dB(C) bewertet wird, reichen üblicherweise nicht aus. Daher führen Messungen von offiziellen Stellen in der Regel auch nicht zum Erfolg.

Vielmehr müssen mit speziellen Schallaufnehmern sowohl der Körperschall, als auch der Luftschall im Bereich von < 1 Hz bis 20.000 Hz aufgenommen und anschließend im Labor ausgewertet werden. Mit unseren Datenloggern, welche wir zu einem günstigen Festpreis vermieten und auswerten ist dieses möglich, ohne dass gleich zu Anfang ein hoher Aufwand für die Messung durch Spezialisten bei Ihnen vor Ort entsteht.

Nachdem wir die von Ihnen genommenen Schallproben ausgewertet haben können wir Ihnen die dominanten Frequenzen mitteilen, Ihnen ein Schallmuster zum Testen des eigenen Empfindens zukommen lassen oder idealerweise aufgrund typischer Spektren sogar mitteilen, was für ein Verursacher für das Brummgeräusch verantwortlich sein muss. Durch die Auswertung des Ihnen im Rahmen dieses Analysepaketes zusätzlich zugesendeten Fragebogens und der Berücksichtigung des von Ihnen idealerweise zur Verfügung gestellten Hörspektrums können wir Sie meist sehr gut bezüglich der Zusammenhänge beraten und Lösungsvorschläge unterbreiten.

Das Ziel unserer Arbeit über die Schallproben ist es, Ihnen den hohen Aufwand für Untersuchungen durch uns vor Ort zu ersparen bzw. den Aufwand im Vorfeld so weit wie möglich zu reduzieren, damit wir dann so zielgerichtet wie möglich arbeiten können.

Grenzwerte

Grenzwerte wurden durch das Brummgeräusch unseres Wissens noch nie erreicht oder überschritten, da sich diese Werte nahezu ausschließlich mit der Gesundheitsgefahr durch den Luftschall in Form von Lärm beschäftigen. Auch die Bewertung der Lästigkeit des Schalls bezieht sich auf den Luftschall und nicht auf den Brummton.

Ein Rechtsanspruch wird vor Gericht daher nur sehr schwierig durchzusetzen sein. Besser ist es, nach einer Kooperation mit dem oder den Verursachern zu suchen, denn oftmals ist eine Behebung des Problems auch in deren Interesse. Der Brummton kann nämlich ein Indikator für Defekte an der Technik (Trafostationen, Lüfter, Pumpen, etc.) sein, die für hohen Energieverbrauch oder einen hohen Verschleiß am Verursacher sorgt.

Problemlösungen

Eine Faustregel besagt, dass der Aufwand mit sinkender Frequenz des Schalls zunimmt. Hohe Frequenzen lassen sich sowohl reflektieren, als auch durch poröse Materialien gut dämpfen. Tiefe Frequenzen erfordern in der Regel eine Entkopplung oder Dämpfung durch hohe Massen oder spezielle Schwingkörper. Der Aufwand hierfür ist oft unrealistisch hoch und kann sehr teuer werden. Ohne die zu dämpfenden Frequenzen zu kennen, ist es ein Abenteuer, wenn man versucht, das Problem zu lösen. Daher sollte zuerst immer versucht werden, die Ursache zu finden und diese möglichst an der Quelle abzustellen.

Als Notmaßnahme kann man kurzfristig oft mit einer Ablenkung des Hörsinns arbeiten. So kann beispielsweise das Geräusch eines Zimmerspringbrunnens das Hörempfinden so stark ablenken, dass der Brummton nicht mehr wahrgenommen wird. Auch das leise Abspielen von Meditations- oder klassischer Musik (bewährt hat sich z. B. Mozart) kann eine vorübergehende Hilfe sein.

Vorbeugung

Natürlich ist das Vorbeugen immer die beste Lösung aber beim Brummgeräusch ist das sehr schwierig.

Wenn Sie beispielsweise Lüftungsgeräte anschaffen, sollte das Lüftungsrad besser fünf statt drei Flügelräder haben. Wenn Sie nach dem Aufstellort für ein Klimagerät oder eine Wärmepumpe suchen sollte der von diesen erzeugte Schall möglichst nicht reflektiert werden. Wenn Sie Maschinen aufstellen sollte sich deren Schwingung möglichst nicht auf das Gebäude übertragen, etc.

Im konkreten Fall ist es besser, sich vorher beraten zu lassen, als sich hinterher zu Ärgern und den Fehler dann mit viel Aufwand und Geld wieder rückgängig machen zu müssen.

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